7 Tipps für großartige Überschriften

Nov 15, 2019

Julia Brandner, Lektorin und Texterin

Zugegeben, mit der Überschrift für diesen Artikel habe ich mir selbst schwer getan. Man will ja keinen Artikel über gute Überschriften veröffentlichen, dessen Titel eher zum Schnarchen als zum Lesen einlädt. Aber was ist überhaupt eine gute Überschrift? Aus Sicht einer Webtexterin ist die Frage einfach zu beantworten: Eine gute Überschrift ist eine, die gesehen und geklickt wird.

Aber eine Überschrift ist mehr. Eine Überschrift ist auch ein Versprechen an deine Leser, das es zu halten gilt. Und damit ich mein Versprechen an dich halte, möchte ich gar nicht lange um den heißen Brei herumreden, sondern dir meine 7 Tipps für gelungene Überschriften verraten.

 

Tipp Nr. 1: Verwende Zahlen

 

Ein Tipp, den ich für meine eigenen Blogartikel und Webtexte sehr gerne beherzige, weil er einfach immer funktioniert: Verwende spezifische Zahlen.

Welchen Blogartikel würdest du eher anklicken? „7 Tipps für eine höhere Social Media Reichweite“ oder „Ein paar Tipps für eine höhere Social Media Reichweite“?

Einfach, oder? Die zweite Überschrift ist viel zu vage und bietet deinen Lesern keinerlei Informationen darüber, was sie in deinem Artikel erwartet. Du könntest ihnen darin 100 Tipps präsentieren oder nur drei. Deshalb sei präzise! Deine Leser wollen einschätzen können, wie viel Zeit sie ungefähr aufwenden müssen, um deinen Artikel zu lesen.

 

Tipp Nr. 2: Benutze wichtig klingende Signalwörter

 

Heutzutage kursieren Millionen Webtexte und Blogartikel im Internet. Du möchtest natürlich, dass genau deine Artikel gelesen werden. Dafür musst du deine Leser davon überzeugen, dass sie etwas verpassen, wenn sie deine Artikel nicht anklicken. Das schaffst du mit Signalwörtern, die Dringlichkeit ausdrücken.

„Warum du jetzt in Aktien investieren solltest“ oder „Gute Überschriften: Das musst du beachten!“ – müssenklingt dringender als sollen oder können und jetzt wirkt dringender als irgendwann. Fordere deine Leser in der Überschrift dazu auf, genau jetzt etwas zu tun, das ihr Leben verändern könnte – aber bitte nicht ins Clickbaiting abdriften!

 

Tipp Nr. 3: Sprich deine Leser direkt an

 

Die meisten Menschen werden in Blogbeiträgen gerne direkt angesprochen – und das kannst du dir zunutze machen. Nutze bereits in der Überschrift eine direkte Ansprache und ziehe die Leser damit auf deine Seite.

„Wie du in einer Woche fünf Kilo abnimmst“ klingt einladender als „Wie man in einer Woche fünf Kilo abnimmt“. Wenn du deine Leser eher formell ansprechen möchtest, kannst du natürlich auch auf das höflichere „Sie“ zurückgreifen.

Ich persönlich würde auch davon abraten, deine Leser in der Überschrift mit „Ihr“ anzusprechen. Die wenigsten Menschen sitzen in der Gruppe vor dem Computer und lesen gemeinsam Blogartikel, deshalb finde ich die zweite Person plural immer ein wenig seltsam. Aber das ist natürlich Geschmacksache!

 

Tipp Nr. 4: Nutze positive Wörter …

 

Wer möchte denn nicht die besten Überschriften schreiben, die tollsten Frisuren tragen oder die schönsten Filme sehen? Unser Gehirn reagiert automatisch auf positive Wörter – besonders gut funktioniert diese Technik, wenn du Superlative nutzt. Aber Achtung: Du solltest deine Versprechen deinen Lesern gegenüber auch halten können!

Also versprich nur, ihnen die besten Tipps für tolle Überschriften zu verraten, wenn deine Tipps auch wirklich die besten sind! Gar nicht so einfach, ich weiß! Da braucht es etwas Fingerspitzengefühl – oder eine zweite Meinung!

 

Tipp Nr. 5: … oder mach das genaue Gegenteil!

 

Ebenso gut wie positive Signalwörter, wenn nicht vielleicht sogar noch besser, funktionieren negative Wörter.

„Machst du diese 5 Fehler beim Abnehmen?“ oder „3 Gründe, warum dein Blog niemals Erfolg haben wird“ klingen nicht besonders bestärkend, aber sie werden geklickt. Warum das so ist? Ich könnte mir vorstellen, dass man sich beim Lesen ertappt fühlt und gerne wissen möchte, ob man selbst in die Kategorie der „Deppen“ fällt, die besagte Fehler beim Abnehmen machen. Man möchte am Ende des Artikels erleichtert aufatmen und sich sagen können: „Super, ich mache diese Fehler nicht, dann steht meiner Bikinifigur nichts im Wege.“

Außerdem sind negativ formulierte Überschriften eine erfrischende Abwechslung in diesem Dschungel aus positiven Superlativen.

 

Tipp Nr. 6: Arbeite mit Wortspielen

 

„Bart aber fair: 3 Tipps für die tägliche Bartpflege“ kann als Überschrift durchaus funktionieren. Wortspiele peppen langweilige Überschriften auf und sorgen dafür, dass die Leser daran hängenbleiben. Aber Wortspiele solltest du nur sparsam einsetzen und auch nur da, wo sie passen. Wenn jede zweite Überschrift auf deiner Website aus einem mehr oder weniger kreativen Wortwitz besteht, wirkt das schnell albern.

 

Tipp Nr. 7: Greife aktuelle Themen auf

 

Manchmal trifft ein Artikel einfach so richtig den Zahn der Zeit und greifen aktuelle Themen auf. Und genau das solltest du zu deinem Vorteil nutzen.

„DSGVO 2018: Diese 5 Dinge musst du beachten!“ oder „Granny Hair: Was du über die Trendhaarfarbe wissen musst“ – diese Überschriften weisen deine Leser gezielt darauf hin, dass es etwas Neues gibt, wozu sie sich genauer informieren sollten. Das ist auch aus SEO-Sicht sinnvoll: Aktuelle Themen werden häufiger gegoogelt und wenn du diese schon in der Überschrift aufgreifst, verschaffst du dir natürlich einen entscheidenden Vorteil.

 

Tipp Nr. 8: Schreibe mehrere Versionen deiner Überschrift

 

Diesen Tipp habe ich vor allem am Anfang meiner Texterzeit angewandt, als ich noch nicht besonders geübt mit dem Verfassen von Überschriften war. Nicht für jeden Artikel funktioniert dieselbe Art von Überschrift. Manchmal kannst du wunderbar mit „7 Tipps“ arbeiten, an anderer Stelle lässt die Natur des Textes das einfach nicht zu. Probiere deshalb gerne ein bisschen herum. Schreibe verschiedene Überschriften, leg den Text dazwischen auch mal kurz weg und entscheide dich dann für die beste Möglichkeit.  

 

Überschriften sind oftmals ein schwieriges Thema. Kein Wunder, schließlich sind sie die Visitenkarten deiner Artikel und entscheiden im Ernstfall darüber, ob der Hauptteil überhaupt gelesen wird. Deshalb macht es richtig Sinn, das Überschriftenschreiben zu üben. Aber keine Angst, Überschriften sind keine Raketenwissenschaft. Wenn du die obenstehenden Tipps beherzigst, kann nicht mehr viel schief gehen!

Trag dich gleich ein und verpasse nie wieder einen Blogartikel!